FOTO ALBUM 23
BELOW IN ENGLISH FOR MY FRIENDS IN BARCELONA AND ALL OVER THE WORLD...
Ich sitze gerade in einem kleinen Café in Pondicherry, trinke Masala Chai und schaue mir das bunte treiben auf der Straße an. Voll geladene gelbe Auto-Rikschas mit kitschigen Gottesbildern und Blumenmeeren an der Frontscheibe rasen dauer-hupend vorbei. Ganze Familien mit ihren kleinen Kindern in Schuluniformen, zum Teil zu fünft auf Motorrollern, sind vermutlich auf dem Nachhauseweg. Frauen in bunten Saris und hübschen Blumen in den Haaren huschen über die Straßen. Männer in ihren traditionellen Gewändern und gepflegten Schnäuzern stehen gegenüber am Straßenstrand, trinken wie ich Masala Chai, ihrer wurde jedoch frisch an einem kleinen Stand zubereitet. Sie kratzen sich dabei gelegentlich am Sack und spucken ständig den ekligen, roten Saft der Betelnüsse aus, auf denen alle Männer ununterbrochen kauen. Eine Frau unten auf der Straße versucht meine Aufmerksamkeit zu erregen, damit ich ihr etwas zu essen oder trinken aus dem Café auf die Straße bringe. Mit einigen Rupien wäre sie wohl auch zufrieden. Etwas weiter die Straße runter sitzt eine dicke Frau im Sari auf der Straße und verkauft Kokosnüsse. Um sie herum ein Meer an leeren Kokosnussschalen, an denen sich die abgehungerten Hunde zu schaffen machen. Wahrscheinlich sind auch einige Ratten dabei, die ich hier aus der Entfernung zum Glück nicht sehen kann. Ein Mann läuft gerade stolz mit seinem nur einige Monate alten Baby über die Straße, die Augen des Kleinen stark schwarz umrandet, einen Punkt zwischen den Augen und die kleinen Füßchen mit klingelnden Fußettchen schauen unter einer bunten Decke hervor. Zwei pubertierende Jungs, die händchenhaltend über die Straße schlendern, was hier keinesfalls ein Zeichen dafür ist, dass die beiden schwul sind, grinsen mich verschmitzt an und versuchen völlig unverblümt, mit mir zu flirten. Jetzt läuft eine Frau mit zwei mächtigen, goldenen Nasenringen und einer riesigen Schale Bananen, die sie auf dem Kopf balanciert vorbei und versucht, das Obst an die Leute im Kaffee und auf der Strasse zu verkaufen....
Unten auf der Straße spielt sich der ganz normale indische Alltag ab – das Einzige, was ich hier im Café zum Glück nicht mitbekomme, ist der etwas säuerliche und verfaulte Geruch, der sich hier oft über die Straßen legt.
Claudia, Steffi (ihre Mama) und ich sind nun seit fast 3 Wochen hier in Indien und genießen die Zeit sehr. Die beiden waren schon einige Male hier, für mich ist es das erste Mal. Die Armut und der Dreck auf den Straßen hat mich weniger überrascht. Die Offenheit, Hilfsbereitschaft und das Interesse der Inder jedoch sehr. Selten habe ich so aufgeschlossene Menschen kennengelernt, die sich immer umdrehen, einem zuwinken und lächeln, wenn man vorbei läuft. Sobald wir irgendwo stehen bleiben, um nach dem Weg zu schauen oder etwas zu trinken, schart sich eine Herde von Leuten und Kindern um uns herum. Vor allem, wenn wir die Kameras zücken und Fotos von ihnen machen, strahlen sie glücklich und wollen unbedingt sofort die Bilder anschauen. Die Inder haben scheinbar keinerlei Scham. So rülpsen und rotzen sie ständig und starren einen ununterbrochen an, ohne dabei rot zu werden. Die Männer fallen einem dabei fast in den Ausschnitt. Wie auch schon in Vietnam sind sie von unserer weißen Haut und den feineren Gesichtszügen beeindruckt und fassen uns auch gerne ins Gesicht, vor allem an die Nase. Zudem sind sie furchtbar neugierig. Im Bus hatte ich neben mir eine ältere, scheinbar sehr einfache Frau sitzen, die die ganze Fahrt über neugierig in meine Tasche gestarrt und großes Interesse daran hatte, was ich da so rausgezaubert habe. Als ich an meinem Eukalyptus-Inhalierstift geschnuppert habe, hat sie mir diesen kurzerhand aus der Hand genommen, sich in die Nase gesteckt, zwei mal tief den Duft eingezogen und mir dann freude-strahlend und zufrieden den Stift wieder zurück gegeben. Ich war so perplex, ich konnte gar nix machen oder sagen. Für sie schien das völlig normal und keinesfalls ein Eingriff in meine Privatsphäre zu sein. Den Stift habe ich offensichtlich weggeschmissen, das glückliche und zufriedene Gesicht der Frau wird mir jedoch für immer im Gedächtnis bleiben.
Ich hatte die letzten Wochen oft das Gefühl, dass die Zeit hier stehen geblieben ist. Auf der einen Seite ist Indien im Bereich IT und Technik scheinbar eines der Zukunftsländer, und doch hat der Großteil der Bevölkerung aufgrund mangelnder bis komplett fehlender Bildung keinerlei Chance, aus ihrer Armut und momentanen Lebenssituation heraus zu kommen.
Indien ist faszinierend, spannend, bunt, turbulent, arm, dreckig und unglaublich witzig. Ich habe jedenfalls hunderte Male herzlich über die fantastischen Inder und ihre Situationskomik gelacht. Auch wenn sie einen manchmal mit ihrer Art auf die Palme und an den Rand der Verzweiflung bringen können, kann man ihnen irgendwie nicht lange böse sein.
Ein besseres Finale der Reise als Indien hätte ich mir gar nicht wünschen können. Kulturschock pur nochmal zum Ende! Und damit die Heimkehr nicht ganz so schwer fällt, habe ich mir auf die letzten Tage noch ne schöne Sommergrippe und Bettwanzen eingefangen. Gehört wohl aber einfach auch zum Reisen dazu ;-)
In sechs Tagen ist mein Traum nun “schon” vorbei. Die lezten zehn Monate sind im Fluge vergangen und waren fantastisch – ich habe grandiose Menschen kennen gelernt und komme mit endlosen Erinnerungen und wunderschönen Eindrücken zurück, die mich für immer bereichern und in meinem Herzen sein werden. Jetzt freue ich mich aber auch auf daheim und alles, was dort auf ich wartet...
Danke an alle, die während meiner Reise an mich gedacht und durch diesen Blog meine Erlebnisse mitverfolgt haben!!!
Einen dicken Kuß und bis bald...
I am sitting in a small Café in Pondicherry drinking Masala Chai and watching the hustle and bustle outside in the streets. Loaded yellow Auto-Rickshaws with colourful pictures of Indian gods and lots of flowers in the front screen are rushing by constantly honking. Families with their little kids in school uniforms are passing by, sometimes up to five on one scooter. Women in beautiful saris and flowers in their hair are walking in the streets. Opposite of the Café some men in traditional robes are also drinking Masala Chai, theirs is frehsly prepared in a small street stall. While drinking their Chai, they are scratching their balls and spitting the red juice of the betle nuts men are always chewing here. A little bit further down the street a big woman is sitting on the floor selling coconuts. Around her are empty coconuts spread all over the street and incredibly skinny dogs looking for some food within the litter. I assume there are also some rats which I luckily cannot see from here. A very proud man with his tiny baby is just crossing the street. The little one has black make-up around the eyes and cute silver anklets on the little feet. Two teenager boys are strolling hand in hand in the streets which one can see here very often and aparantly is not a sign for being gay. They are smiling and waving obviously trying to flirt with me. Now a woman with two huge golden nose rings and a bowl of bananas balancing on her head is passing by trying to sell some fruit to me and the other people in the Café.
Normal daily Indian life in the streets – the only thing which I luckily don't notice inside of the building is the acid and rotten smell you often find outside.
Claudia, Streffi (her mum) and I are now in India since almost 3 weeks and enjoy ourselves very much. I was not surprised by the dirt or poor people in the streets. But I am completely overwhelmed by the very open, helpful and interested Indians. I have rarely met such outgoing people that always turn around, wave and smile when we pass by. As soon as we stop somewhere to look for the way or drink something, a group of people and kids gathers around us. Especially if we take photos of them, they are happily smiling and want to see the pictures on our cameras straight away. It seems that the Indians have no shame whatsoever. They are burping and spitting all the time. And they are constantly starring at us, men especially on our boobs, without being ashamed or blushing. As in Vietnam, they are very impressed by our white skin and facial features. Very often they would like to touch us, especially our noses seem to fascinate them. Indians are also very curious. Once during a bus ride, an elderly and very simple woman was sitting next to me. All the time she kept starring at my bag, observing every item I was fishing out of it. When I was sniffing at my eucalyptus inhaler, she suddenly took it from me, pushed it in her nose, sniffed twice very deeply and then handed the inhaler back to me smiling. For her it seemed to be the most normal thing to do. I was so confused and speachless, I did not even think about stopping her. Needless to say that I threw away the inhaler – but I will never forget the happy and satisfied face of this woman handing back the inhaler to me...
I have the impression that time stands still here. On one hand India seems to play a leading role in IT and future technologies. On the other hand most of the population still has no chance to espace poverty or their current living condition due to their lack of education.
India is fascinating, exciting, colourful, poor, dirty and incredibly funny. I have laughed so much about the amazing Indians and their daily slapstick. Even if they sometimes can drive you crazy and get on your nerves, it is impossible to be mad at them for a long time.
The perfect end for my around the world trip. A true culture shock! And in order to make my return a bit easier, I caught a summer flu and bedbugs during my last week. I guess that's just part of travelling ;-)
In six days my dream is “already” over. The last ten months flew by and were fantastic – I have met fantastic people and will return with so many memories and beautiful impressions which I will never forget and will always be in my heart. Now I am looking forward to my life and everything that is waiting for me at home...
Thanks to everybody who thought of me during my trip and followed some of my adventures through this blog!!!
Love & kisses...